SoundGuardian Abmahnungen: Was gewerbliche TikTok- und Instagram-Nutzer jetzt wissen müssen
Die SoundGuardian GmbH mit Sitz in Frankfurt am Main versendet seit 2025 systematisch Abmahnungen an Social-Media-Nutzer – insbesondere auf TikTok und Instagram. Der Vorwurf: Urheberrechtsverletzung durch die Nutzung bestimmter Musiktitel in Videos ohne Lizenz.
Zu den betroffenen Songs zählen u. a.:
- „Mein kleines Herz (Bam Bam)“ – Darius & Finlay
- „Freed from Desire“ – Gala
- „3 Haselnüsse“ – Jacques Raupé & Felix Harrer
- „Fire“ – Scooter
Eine vollständige Liste finden Sie hier.
Die Abmahnungen stützen sich auf das exklusive Synchronisationsrecht – das Recht, Musik mit bewegten Bildern zu verbinden. Die Forderungshöhe variiert je nach Einzelfall und reicht von rund 2.800 € bis über 16.000 €.
Ein Bespiel finden Sie hier:
Wer steckt hinter der SoundGuardian GmbH?
Die SoundGuardian GmbH wurde 2024 gegründet und ist Teil eines Netzwerks rund um die Digiprotect GmbH, die auch in der Vergangenheit bereits Massenabmahnungen im Bereich Musikrechte verschickt hat. Geschäftsführer ist laut Handelsregistereintrag Eva Eisele. Sie scheint die Ehefrau von Michael Eisele zu sein, dem ehemaligen Geschäftsführer der Digiprotect GmbH.
Welches Nutzungsrecht ist betroffen?
Betroffen ist das ungenannte Sync Recht nach §15 UrhG. Das Sync Recht ist das Recht, eine Bildspur mit Ton zu unterlegen, dazu ausführlich hier. Das Recht wird nicht (!) von der GEMA wahrgenommen, findet es sich nicht in dem Wahrnehmungsvertrag, dazu ausführlich hier.
Warum Social-Media-Nutzer betroffen sind
Viele Nutzer glauben, dass Musik, die über TikTok oder Instagram bereitgestellt wird, frei verwendet werden kann. Das ist nicht immer der Fall – insbesondere nicht bei kommerziellen Zwecken wie:
- Werbung für eigene Produkte/Dienstleistungen
- Nutzung auf Firmenaccounts
- Influencer-Content mit bezahlten Kooperationen
In diesen Fällen kann die Nutzung lizenzpflichtig sein – genau darauf zielt SoundGuardian mit ihren Forderungen ab.
Wie sollten Sie bei einer SoundGuardian-Abmahnung reagieren?
- Keine Zahlung leisten, bevor Sie den Vorwurf juristisch prüfen lassen
- Nicht direkt antworten oder Dokumente unterschreiben
- Fristen ernst nehmen
- Anwaltliche Hilfe in Anspruch nehmen
Jetzt handeln – wir helfen Ihnen!
Sie haben eine Abmahnung von SoundGuardian erhalten?
Unsere auf Urheberrecht spezialisierte Kanzlei prüft Ihre Abmahnung. Wir analysieren, ob die Forderung berechtigt ist, und setzen uns für Ihre Rechte ein. Es gibt verschiedene Ansätze, die Forderung auf “0” zu reduzieren. Nutzen Sie einfach unser Kontaktformular und laden Ihre Abmahnung hoch.
Weiteres zu dem Themenkomplex hier.
KI-Urheberrecht 2026: AG München verneint Schutzfähigkeit von KI-Logos – Was Unternehmen jetzt wissen müssen
Das Amtsgericht München hat eine wichtige Entscheidung zur urheberrechtlichen Schutzfähigkeit von durch künstliche Intelligenz erzeugten Logos getroffen. Nach Auffassung des Gerichts fehlt es an einem Urheberrechtsschutz, wenn ein Design überwiegend durch generative KI erstellt wird und…
Musiknutzung in sozialen Netzwerken – Ihre Rechte als Künstler
Als Komponist, Texter oder Musikschaffender besitzen Sie ausschließlich die Rechte an Ihrem Werk. Musikstücke, Texte oder Melodien dürfen nicht ohne Ihre ausdrückliche Genehmigung in sozialen Netzwerken wie Instagram, TikTok, YouTube oder Facebook für gewerbliche Zwecke genutzt…
LG Berlin: 1.000 € Vertragsstrafe reicht nicht aus, um die Wiederholungsgefahr zu beseitigen
Eine Vertragsstrafe von nur 1.000,00 € in einer Unterlassungserklärung ist nach der Rechtsprechung regelmäßig unzureichend, um die erforderliche Abschreckungswirkung zu entfalten und die Wiederholungsgefahr wirksam auszuräumen. Auch das Landgericht Berlin hat mehrfach klargestellt, dass eine zu…
Einstweilige Verfügung in Fotosachen – Schneller Rechtsschutz bei Bildrechtsverletzungen
Die einstweilige Verfügung in Fotosachen ist das zentrale Instrument für Fotografen, Bildagenturen, Unternehmen und Rechteinhaber, um sich schnell und effektiv gegen die unberechtigte Nutzung von Fotos im Internet, in sozialen Netzwerken, Online-Shops oder Printmedien zu wehren….
Wieder einmal- Erfolg der Nimrod Rechtsanwälte
Das Amtsgericht Memmingen (Az. 12 C 121/23) hat entschieden, dass der Inhaber eines Internetanschlusses nicht automatisch für den Download eines Computerspiels haftet, der über eine Tauschbörse erfolgt sein soll. Die Rechteinhaberin des Games hatte Schadensersatz und…
Mise en demeure de Depicta, Robert Fechner de Berlin? Que faire?
Avez-vous reçu une mise en demeure de DEPICTA LEGAL ? Vous avez reçu un e‑mail de DEPICTA LEGAL vous accusant d’avoir utilisé une photographie sans autorisation, violant ainsi les droits d’auteur et la personnalité de l’auteur, et vous…
Abmahnungen durch Depicta GmbH: Was Betroffene wissen sollten
In letzter Zeit häufen sich die Fälle, in denen die Depicta GmbH Urheberrechtsverletzungen wegen der unberechtigten Nutzung von Fotografien im Internet abmahnt. Hinter Depicta steckt RA Robert Fechner, der in der Vergangenheit für Nico Trinkhaus und…
Fotoklau- weiterer Erfolg der Nimrod Rechtsanwälte
Das Landgericht Berlin hat einem französischen Fotografen im Wege einer einstweiligen Verfügung umfassenden Rechtsschutz gegen die unlizenzierte Nutzung seines Fotos durch ein deutsches Medienunternehmen gewährt. Dieses hatte ein urheberrechtlich geschütztes Bild des Fotografen auf seiner öffentlich…
Online Streitbeilegungsplattform der EU “endlich” abgeschaltet
Ab dem 20. Juli 2025 wird die EU-Plattform zur Online-Streitbeilegung (OS-Plattform) abgeschaltet. Grundlage hierfür ist die Verordnung (EU) 2024/3228, die die bisher geltende ODR-Verordnung (EU) Nr. 524/2013 außer Kraft setzt (vgl. EU-Kommission, https://consumer-redress.ec.europa.eu/site-relocation_en; e-recht24, https://www.e-recht24.de/news/ecommerce/13399-eu-stellt-streitbeilegungsplattform-ein-was-das-fuer-sie-als-unternehmer-bedeutet.html). Die…
Änderungen im MedCanG- Telemedizin droht das Aus
Das Bundesgesundheitsministerium legte einen Referentenentwurf zur Änderung des Medizinal-Cannabisgesetzes (MedCanG), vor. Er soll Fehlentwicklungen nach der Teillegalisierung von Cannabis korrigieren. Seit dem 1. April 2024 gilt medizinisches Cannabis in Deutschland nicht mehr als Betäubungsmittel, sondern als…